Programm 2021

 

Leitung der QueerCademy: Monique Honsa (sie)

 

Workshop-Angebot Freitag (15.10.)

Queer Bodies in Contemporary Art (Johanna Brummack, sie/Johanna)
In diesem Workshop werden wir uns mit verschiedenen queeren Kunstschaffenden und ihren Werken auseinandersetzen: Paul Beatrice Preciado, Kerstin Honeit, Leyla Babirye und Abel Techer. In einer ausgewogenen Mischung aus Inputs, Diskussionen und Gruppenarbeiten beschäftigen wir uns damit weshalb die Repräsentation queerer Körper und Perspektiven (nicht nur in der Kunst) wichtig ist. Ausgehend von den vorgestellten Künstler*innen setzen wir uns auch mit unseren eigenen Vorstellungen von Ästhetik, Kunst und Queerness auseinander.

Born this way – Die Biologie der sexuellen Orientierung (Lorenz Wüsthof, er)
Mit der beginnenden Entstigmatisierung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigte auch die naturwissenschaftliche Gemeinschaft zunehmendes Interesse an der Erforschung möglicher biologischer Determinanten der sexuellen Orientierung. Getragen von der Hoffnung, die These der „persönlichen Präferenz“ endgültig widerlegen zu können, folgten rasch eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien zu Genen, Hormonen und Reifungsfaktoren. Doch die zunehmende Komplexität der sexuellen Orientierung, jenseits der binären Betrachtung von Homo- und Heterosexualität, stellt diesen jungen Forschungszweig zunehmend vor neue Herausforderungen.

Queer dekolonisieren (Juli Mahid Carly, juli/-)
Wie prägen Kolonialismus und Orientalismus die Vorstellungen sowie Normen von Körper, Sexualität, Geschlecht und nationaler Identität? Anhand aktueller Beispiele wie #BlackLivesMatter, schwul-lesbischen Tourismussiegeln, diskriminierender Gesetzgebung in ehemaligen europäischen Kolonien, Homonationalismus, Pinkwashing, Rassismus auf Dating-Apps sowie Positionen aus den postcolonial studies werden wir in diesem Workshop erarbeiten wie queerer Aktivismus intersektionaler werden kann und wie unsere Gesellschaft zukünftig mit ihrem kolonialen Erbe aus queerer Perspektive umgehen könnte.

„Denn er hatte ihn lieb wie sein eigenes Herz“ – Queere Auseinandersetzungen mit der Bibel (Jan Wilkens, er)
Die Bibel gilt als feindlich gegenüber jeglichen nicht-heterosexuelle Lebensentwürfen. Und in der Tat: Es gibt Passagen, die in den Augen von queeren Menschen nur schwer zu ertragen sind. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Geschichten, die von innigen Beziehungen zwischen Menschen gleichen Geschlechts berichten (David und Jonathan, Ruth und Naomi) oder die Gleichheit aller, also auch queerer Menschen, hervorheben. Wie ist es also möglich, queer zu sein und trotzdem die Bibel zu lesen und mit ihr in Einklang zu kommen? Der Workshop wird sich mit queeren Stimmen aus Juden- und Christentum auseinandersetzen, die sich genau dieser Frage widmen und eigene, individuelle Antworten gefunden haben. Gleichzeitig wird es viel Raum geben, um über eigene Erfahrungen und Konflikte mit Religiosität zu sprechen.

 

Workshop-Angebot Samstag (16.10.)

Queer Bodies in Contemporary Art (Johanna Brummack, sie/Johanna)
In diesem Workshop werden wir uns mit verschiedenen queeren Kunstschaffenden und ihren Werken auseinandersetzen: Paul Beatrice Preciado, Kerstin Honeit, Leyla Babirye und Abel Techer. In einer ausgewogenen Mischung aus Inputs, Diskussionen und Gruppenarbeiten beschäftigen wir uns damit weshalb die Repräsentation queerer Körper und Perspektiven (nicht nur in der Kunst) wichtig ist. Ausgehend von den vorgestellten Künstler*innen setzen wir uns auch mit unseren eigenen Vorstellungen von Ästhetik, Kunst und Queerness auseinander.

Born this way – Die Biologie der sexuellen Orientierung (Lorenz Wüsthof, er)
Mit der beginnenden Entstigmatisierung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigte auch die naturwissenschaftliche Gemeinschaft zunehmendes Interesse an der Erforschung möglicher biologischer Determinanten der sexuellen Orientierung. Getragen von der Hoffnung, die These der „persönlichen Präferenz“ endgültig widerlegen zu können, folgten rasch eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien zu Genen, Hormonen und Reifungsfaktoren. Doch die zunehmende Komplexität der sexuellen Orientierung, jenseits der binären Betrachtung von Homo- und Heterosexualität, stellt diesen jungen Forschungszweig zunehmend vor neue Herausforderungen.

Eine nichtbinäre Weltreise (Juli Mahid Carly, juli/-)
Während nicht-heteronormative Identitäten in westlichen Gesellschaften erst in den letzten Jahrzehnten vermehrt offen ausgelebt werden, gibt es in unterschiedlichen Kulturen diverse tradierte queere Identitäten, denen aktuelle eurozentrischen Begriffe nicht gerecht werden können. Wir betrachten in diesem Workshop unter anderem, warum britischer Kolonialismus für die stigmatisierende Darstellung von Hijras in Bollywoodfilmen verantwortlich ist und erforschen, wie sich die amerikanisch-indigenen Two-spirits gegen kulturelle Vereinnahmung auf TikTok wehren. Wir vergleichen die unterschiedlichen Konzepte kulturanthropologisch, hinterfragen aber auch unseren eigenen Blick kritisch um uns über eigene queere Identitätskonstruktionen im Kontext unserer europäischen Gesellschaft auszutauschen. Gibt es eine zukünftig eine neue interkulturelle gender revolution?

Das Gebet zum Coming-Out und zum Einrichten eines Tinder-Accounts – Wie Religion und queeres Leben zusammengebracht werden können (Jan Wilkens, er)
Mit der Emanzipation von queeren Menschen in den Religionsgemeinschaften kam die Frage auf, wie Traditionen und (alltägliche) religiöse Riten an die queere Lebensrealität angepasst werden können. Neben Zeremonien für gleichgeschlechtliche Eheschließungen oder genderneutrale Initiationsriten schufen sich queere Menschen auch eigene Gebete. So gibt es empowernde Gebete vor einem Coming-Out, bevor sich auf die Suche nach einer*m Partner*in gemacht wird oder für die teils herausfordernde Zeugung eines eigenes Kindes. Dies macht deutlich, dass Religion nicht starr ist, sondern wandelbar – und queer – sein kann. Der Workshop widmet sich diesen neuen, vielleicht manchmal unüblich wirkenden Zugängen queerer Religiosität.

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