Es war einmal auf der SchülerAkademie…

Die SchülerAkademien 2014 haben im Sommer erfolgreich stattgefunden. Für knapp zwei Wochen konnten die Teilnehmer_innen in der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte in Papenburg und im Collegium Augustinianum Gaesdonck ihre Tage mit spannenden, unterhaltsamen und unvergesslichen Aktivitäten füllen.

Eine Teilnehmerin teilt ihre Erfahrungen von der JGW-SchülerAkademie in Papenburg vom 24. August bis 02. September:

Wie sehr habe ich die Vorstellung gehasst, 10 wertvolle Tage meiner Sommerferien in einer Einöde irgendwo im Norden Deutschlands mit über 100 weiteren „Nerds“ zu verbringen. Und wie sehr habe ich geweint, als eben diese besagten 10 Tage vorbei waren.
Es war eine großartige und mehr als unvergessliche Zeit und alles, was ich will, ist wieder zurück nach Papenburg, zurück in die Einöde, zurück zu meinen Nerds.
Die Kurszeiten waren vollgepackt mit spannenden Themen und man konnte einen riesen Einblick in das studentische Leben erhaschen. Anfangs fiel es mir enorm schwer, zuzuhören, zu verstehen und gleichzeitig das Gehörte zu reorganisieren und sinnvoll zu Papier zu bringen, doch mit der Zeit hat man sich die neuen Skills zu eigenen gemacht und kam stündlich besser zurecht. Eine, zumindest in meinem Kurs veranstaltete, abschließende Fragerunde, genannt „Totemrunde“ hat mir deutlich gemacht, wie viel Neues ich innerhalb der letzten Stunden gelernt habe. Die Atmosphäre untereinander war wahnsinnig klasse. Es ging nicht darum, wer die oder der Beste war, sondern darum, dass es alle schaffen. Jeder konnte sein Wissen beisteuern, sodass man gemeinsam zu einem Ergebnis kam. Und wenn es doch harkte, so unterstützten unsere großartigen und fachlich mehr als kompetenten Kursleitern uns nach Leibeskräften. Es war nicht wie eine „Schüler-Lehrer-Beziehung“, sondern vielmehr ein freundschaftlicher, unterstützender und motivierender und Mut machender Umgang miteinander. Ja, es war anstrengend sechs Stunden am Tag im Kurs zu sitzen, immer früh aufzustehen, den ganzen Tag unter Menschen zu sein und die Nächte zu Tagen zu machen, aber es hat sich gelohnt. Schlafen zu gehen, wäre Zeitverschwendung gewesen.
 Noch niemals zuvor war ich von so vielen interessierten, engagierten, motivierenden und in sich unheimlich spannenden und kuriosen Menschen umgeben. Und noch niemals zuvor, habe ich in so kurzer Zeit so viel Neues gelernt und so viel erreicht, ohne vom Leistungsdruck getrieben worden zu sein.
Anfangs hatte ich Angst, dass die Leute dort zu krass für mich werden würden. Und genau das waren sie. Sie alle waren krass. Krass musikalisch, krass talentiert, krass wortgewandt, krass intellektuell, krass gut drauf und krass interessant. Und genau das war und bin ich auch. Die Deutsche Schülerakademie hat uns alle gezeigt, dass es mehr von uns gibt, dass wir nicht die komischen, ultraschlauen Freaks sind, sondern ganz normale, begabte Menschen. Es war eine großartige und anspruchsvolle Zeit. Ohne rund sieben Tassen Kaffee am Tag hätten die meisten von uns zwar wahrscheinlich nicht wachbleiben können und zum Ende hin war man mehr physisch als mental anwesend, aber das machte nichts. Die Abende waren grandios. Insgesamt fand dreimal ein Tanzabend mit klassischen Tänzen statt und das war meiner Meinung nach die pure Freude. Ich hatte schon lange nicht mehr so einen riesen Spaß! Bevor ich zur DSA gefahren bin, dachte ich mir, dass ich auf gar keinen Fall an so seltsamen Sachen wie einem Literaturabend teilnehmen werde. Genau das Gegenteil war der Fall und es war überwältigend, wie viel lyrisches Talent in so mancher Persönlichkeit steckt. Auch das Konzert und der bunte Abend waren klasse. Neben dem fachlichen Lernaspekt durfte ich auch menschlich und innerlich ganz viel wachsen. So viele Vorurteile wurden aus dem Weg geräumt und so viel Neues wurde mir offenbart. Die in einer Waldorfschule zu erlernende Kunst „Eurythmie“ zum Beispiel hat mich begeistert. Und ja, ich kann jetzt meinen Namen tanzen und ja, es ist ein riesen Spaß und gar nicht mal so einfach! In den verschiedensten kursübergreifenden Angeboten (KüAs) kam man mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt und hatte immer Spaß. Egal ob beim Fußballspielen, Tanzen, beim Improvisationstheater oder eben bei Eurythmie. Wenn man jede Sekunde, die man lacht, länger lebt, so wurde mir in Papenburg ganz viel Leben geschenkt!
Nicht nebensächlich zu erwähnen ist das superleckere Essen. Es war für jeden Geschmack und für jede Essgewohnheit etwas dabei und das Küchenteam hat sich unglaublich viel Mühe gegeben. Ein großes Lob und Dankeschön dafür an dieser Stelle.
Wieder zu Hause angekommen fühlt sich plötzlich alles so stumpf und leer an. Man sehnt sich nach der ständigen Bewegung, der konstanten Geräuschkulisse um sich herum und versucht, durch das Anschauen von Bildern oder das Lesen der Abschiedsbriefe dieses Akademiegefühl wiederzubeleben. Jeder von uns hatte einen mit seinem Namen beschrifteten Briefumschlag, in den die anderen Zettel reinwerfen durften, in denen sie ein paar liebe Worte loswerden konnte. Diese Briefe zu lesen ist wie Balsam für die Seele. Oder wie meine liebe Zugfahrtnachbarin es formulierte „Mein Herz hat gerade Flügel bekommen.“  Ich habe versucht, jeden Moment aufzusaugen wie ein Schwamm und jedes Kompliment und jedes liebe Wort, das mich erreicht hat, in mein Herz zu brennen. Mir wurde gesagt: „Jana, du benutzt unfassbar viele Superlative, aber ich glaube dir, dass du sie alle so meinst!“. Und ich hoffe, dass du, der diesen Text hier liest, mir ebenso glaubst, dass jedes Wort genauso gemeint war, wie es dort steht.
Danke für eine der besten Erfahrungen meines Lebens.

– Jana Hochhalter

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