Kurs 4: Klimapolitik

Die UN als Klimaretter? Wir verhandeln selbst!

Climate change does not respect border; it does not respect who you are – rich and poor, small and big. Therefore, this is what we call ‚global challenges, which require global solidarity.- Ban Ki-Moon als UN-Generalsekretär zur COP21, 2015

Das Pariser Abkommen ist für die internationale Klimapolitik ein Meilenstein. Letztes Jahr wurde es von 193 Ländern der Vereinten Nationen verabschiedet, im November 2016 trat es in Kraft. In diesem Kurs geht es darum, das Abkommen zu analysieren und zu fragen, inwiefern darin globale Solidarität und Kooperation umgesetzt werden. Die Teilnehmenden diskutieren verschiedene Positionen und Forderungen und erstellen ein Positionspapier, das in den realen Verhandlungsprozess eingebracht werden soll. Außerdem erleben die Teilnehmenden die Komplexität und Dynamik internationaler Verhandlungen durch eine Verhandlungssimulation. Gute Englischkenntnisse sind sinnvoll, da viele englischsprachige Texte verwendet werden.

Abbildung 1: Marokkanische Jugendliche bei einer Aktion auf der Klimakonferenz 2016 in Marrakesch, Marokko  Photo: Luja von Köckritz.

Abbildung 1:
Marokkanische Jugendliche bei einer Aktion auf der Klimakonferenz 2016 in Marrakesch, Marokko
Photo: Luja von Köckritz.

Internationale Klimapolitik als Strukturgeberin – das Pariser Abkommen als Katalysator

Vereinbarungen, die im Rahmen der Vereinten Nationen getroffen werden, sind wichtige Instrumente, um die Zusammenarbeit der Länder zu koordinieren und nachvollziehbar zu gestalten. Das Pariser Abkommen setzt der Staatengemeinschaft dabei das Ziel, die Klimaerwärmung und seine Folgen zu beschränken: Die Länder sollen ihre Emissionen mindern, Anpassungsmaßnahmen ergreifen und gleichzeitig Menschenrechte und Generationengerechtigkeit berücksichtigen. Rasches Handeln ist erforderlich, um zukünftige Schäden und höhere Kosten durch den fortschreitenden Klimawandel abzuwenden.

In der ersten Kurswoche geben Vorträge der Teilnehmenden, Textanalyse und Diskussionen einen Überblick über das Pariser Abkommen. Gemeinsam erarbeiten die Teilnehmenden dazu ihre eigene Position.

Länderzusagen – Aktion der Verhandlungsparteien

In der zweiten Woche behandelt der Kurs die länderspezifischen Beiträge zum Klimaschutz. Die Länder zeigen durch ihre Klimaschutzmaßnahmen, in welcher Rolle sie sich bei der Umsetzung des Pariser Abkommens sehen und welchen Beitrag sie dazu leisten wollen. Reichen diese Zusagen aus, um die globalen Klimaschutzziele zu erfüllen? Es stellt sich zudem die Frage, was gerechte Beiträge im Rahmen der globalen Solidarität sind. Trumps Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten wirft die Frage auf, wie Einzelstaaten die internationalen Klimaverhandlungen prägen. Generell verhandeln Länder in Gruppen mit gemeinsamen Interessen. Diese multilateralen Bündnisse erzeugen eine Dynamik, deren Einfluss auf das Ergebnis ebenfalls untersucht wird.

Wir verhandeln selbst!

Die Teilnehmenden schlüpfen für eine mehrtägige Simulation der Klimaverhandlungen selbst in die Rolle von Diplomatinnen und Diplomaten, um die Machtverhältnisse und Strategien innerhalb der Verhandlungen zu erleben. So machen sie sich aktiv mit der Sprache und den Abläufen vertraut und können das neu Gelernte direkt anwenden.

Den Kurs leiten Luja von Köckritz und Julius Schlumberger.

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